Empfindsamkeiten (Rothe, Passau 1990)

Dieser Konferenzband kann mit Fug und Recht als Meilenstein der Empfindsamkeitsforschung bezeichnet werden. Alle relevanten Jahrhunderte und alle wichtigen Länder werden von ausgewiesenen Spezialisten abgedeckt. Mit Nachdruck wird durch diesen Band klar, dass Empfindsamkeit keine larmoyante Mode war, sondern eine ernst zu nehmende Geistesströmung, die mehr in die Breite wirkte als die auf sie folgende Romantik. Wenn wir es heute für selbstverständlich halten, dass sich Eheleute, Eltern und Kinder lieben, dann geht das auf die anti-feudale Empfindsamkeit des 18. Jahrhunderts zurück. Zusammen mit der Staatsvertragstheorie Lockes, der Aufklärung und der freien Marktwirtschaft von Adam Smith bildet sie einen wichtigen Baustein der Bürgerlichkeit.