Kultur, Kollektiv, Nation (Stutz Verlag, Passau 2009).

Dieses bisher letzte Werk will Kultur auf neuem Wege verstehen. Dass sie etwas mit Gesellschaft, Volk, Gemeinschaft zu tun hat, wusste bereits der Ethnologe Tylor im Jahre 1871. Seit Raymond Williams und dann insbesondere seit der Kulturrenaissance ab 1980 spricht man auch kleineren Gruppen Kultur zu (Unternehmenskultur). Zwischen einem Unternehmen und einem Volk bestehen aber wohl Unterschiede. Landes- oder Nationalkultur muss etwas anderes sein als Unternehmens- oder Jugendkultur. Hier setzt die Kollektivforschung an und versucht aus der Unterschiedlichkeit der Kollektive Voraussetzungen für die jeweilige Kultur zu erkennen. Ein ganz besonderes Kollektiv ist die Großform Nation, auf die Kultur am häufigsten bezogen wird (Deutsche trinken Bier, Franzosen Rotwein). Die in diesem Buch vorgelegte Neubestimmung der Nation sieht sie als Mischung aus Homogenität und Heterogenität. Die Heterogenität begründet sich aus der Multikulturalität, die sich, ohne dass man dazu Ausländer brauchte, zwangsläufig aus dem Pluralismus modernen Nationalstaaten ergibt. Kulturwissenschaftlern, Interkulturalisten und Politikern, die sich mit Migration beschäftigen, werden neue Perspektiven aufgezeigt.