Kultur und Kulturwissenschaft (UTB, Stuttgart 4. Auflage 2011).

Abgesehen von seinen Darstellungsqualitäten besteht der Erfolg dieses Buches in der Lichtung des Dschungels, der um den Kulturbegriff wuchert. Dazu wird keine Schneise geschlagen, sondern die Fundamente freigelegt, auf denen sich die streitenden Gelehrten bewegen. Sie alle, egal wie esoterisch und grundverschieden ihre Terminologien, sprechen von Kultur, wenn es um kollektive Gewohnheiten geht. Egal ob es Stammessitten, Mode, Umgangsformen, akademische Rituale oder literarische Stile sind, immer handelt es sich um freiwilliges Gleichverhalten von Individuen einer Gruppe. Kulturwissenschaft legt somit den kollektiven Charakter des Menschlichen frei.

Das Buch ist konsequent als Einführung konzipiert. In knapper Form vermittelt es das Grundwissen und zeigt den Zusammenhang zwischen den an der Kulturwissenschaft beteiligten Fächer. Auch bei komplexen Problemen bleibt die Darstellung verständlich und der Stil lesbar. Viele Beispiele aus dem Alltag sorgen für eine amüsante Lektüre. Ein Buch, das Erstsemestern Selbstvertrauen gibt.